Der Name Joghurt stammt vom türkischen „yoğurt“, welches seinerseits von „yoğurtmak“ abgeleitet ist, das mischen bedeutet und auf die Art der Herstellung verweist.

Vermutlich stammt die Kunst der Joghurtherstellung von den Thrakern, der Urbevölkerung der Balkanhalbinsel. Die Schafzucht war bei den Thrakern sehr verbreitet. In der Sprache der Thraker bedeutete das Wort „jog“ schnittfest, dick, und das Wort „urt“ Milch. Daher entstand das Wort Joghurt. Nachweislich trugen die Thraker um den Gürtel einen länglichen Sack aus Lammfell – gefüllt mit Milch. Durch die Körpertemperatur und die Mikroflora im Lammsack kam es zur Milchsäuregärung. Solche Lammsäcke mit Milch banden sie auch um den Körper der Pferde.

Der Joghurt verbreitet sich erst im 16. Jhd. in Westeuropa: Ein türkischer Arzt konnte die quälenden Magenprobleme des französischen Königs Franz I. mit Hilfe des mitgebrachten bulgarischen Joghurts heilen.

In Asien war der Kumis, hergestellt aus Stutenmilch, ein hoch geschätztes Nahrungsmittel. Dschingis Khan versorgte vor jeder Schlacht seine Armee damit.

Um die Verbreitung des Joghurts ranken sich zahlreiche Legenden. Sie heben meist eine Diffusion des Milchproduktes in Westeuropa seit dem 16. Jahrhundert hervor. So liest man etwa, dass ein türkischer Arzt die quälenden Magenprobleme des französischen Königs Franz I. mit Hilfe des mitgebrachten bulgarischen Joghurts heilen konnte.

Die wirklich breite und nennenswerte Verbreitung des Joghurts in West- und Mitteleuropa geht aber auf das Jahr 1906 zurück. Der russische Mikrobiologe Ilja Metschnikow machte zu jener Zeit viele Versuche im Pasteur-Institut in Paris und kam zu dem Schluss, dass Joghurt die Gesundheit fördert. Seine Studien riefen reges Interesse hervor. Metchnikoff verband damals ein epidemiologisches Wissen um die hohe Lebenserwartung bulgarischer Bauern mit deren Alltagskost, dem Joghurt. In diesem Joghurt isolierte er den „Bacillus bulgaricus“ und verband dessen Konsum mit der Wahrscheinlichkeit langen Lebens – Milch des Lebens.

Öffentlichkeit und Wissenschaft nahmen dieses Versprechen enthusiastisch auf. Joghurt wurde anschließend einerseits als Joghurt in städtischen Molkereien produziert, zum anderen in Form von Trockenfermenten über spezielle Versandgeschäfte und Reformhäuser verkauft. In West- und Mitteleuropa galt Joghurt anfangs als Medikament und wurde sogar in den Apotheken verkauft. Seit 1907 begann man mit der Joghurtproduktion in deutschen Molkereien und sein Konsum stieg im Laufe der Jahre stark an. Mittlerweile essen 95 Prozent der Deutschen Joghurt – etwa 15 Kilo im Jahr pro Kopf der Bevölkerung. Heutzutage gibt es außer Süßigkeiten kein anderes Produkt, das in Deutschland so viel beworben wird.

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